Was ist FUDOKAN
Fudokan ist zunächst ein traditioneller Karate-Stil, der von Soke Prof. Dr. Ilija Jorga im Jahr 1980 begründet wurde. Er beschäftigt sich mit dem Erhalt und der Pflege der Kampfkunst Karate unter besonderer Berücksichtigung der Biomechanik und der Medizin. Der Fudokan-Verband besitzt eigene Prüfungs- und Kampfrichterprogramme sowie eine spezielle Ausbildung für Trainer. Wir sagen zu unserem Karate „Kunst“. Die Idee, die dahinter steckt, ist vereinfacht gesagt, mit nur einem Kontakt den Gegner wirkungsvoll bekämpfen zu können. Das kann ein Fauststoß, ein Schlag oder ein Tritt sein. Wichtiger als eine besondere Kondition ist es, eine hohe geistige Energie zu besitzen, das Auge zu schulen und eine harte Technik zur Entfaltung bringen zu können

 
 
Was bedeutet EN-BU

En-bu ist eine Wettkampfform, die durch das traditionelle Karate ( ITKF ) eingeführt und durch den Fudokan Weltverband übernommen wurde. Hierbei gibt es zwei Arten des Wettkampfes:

a) Mann gegen Mann
b) Frau gegen Mann

Sie arbeiten als Team und werden nach Punkten beurteilt.

Angriff und Verteidigung demonstrieren choreografische Folgen für eine Periode von einer Minute ( plus oder minus 5 Sekunden ). Die Zeitnahme beginnt wenn die Teilnehmer beginnen sich zu bewegen und endet wenn beide Teilnehmer die Position Sei-za oder Shizen-tai eingenommen haben. Die Angriffe müssen fest vorgeschriebene Techniken beinhalten. Bewertet werden unter anderem:

a) Zielgenauigkeit
b) Logische Abfolge
c) Genauigkeit der Blocktechniken
d) Mentale und körperliche Bereitschaft
e) Todome am Ende der Demonstration

Die Basispunkte werden nach vier Faktoren vergeben:

  1. Technik
  2. Timing / Maai
  3. Aspekt des Budo
  4. Choreographie

Die Art des Wettkampfes entfaltet bei den Karateka, ob jung oder alt, die eigene Phantasie und bringt eine willkommene Abwechslung ins Training, denn hier kann auch geworfen, gerollt und das eigene Karate ausgelebt werden.

 
Was bedeutet FUKU-GO

Fuku-go ist eine Synthese aus Kumite und Kata (Ki-tei).

Mit dem Training dieser Wettkampfform entwickelt man einen Karateka gleichsam in Kata und Kumite und bildet keine Kata- oder Kumitespezialisten aus. Man kann über viele Wege zur Perfektion gelangen, aber die Ausbildung eines Karateka, egal in welcher Stilart, sollte sich in Kata und Kumite die Balance halten. Das war die Idee von Sensei Hidetaka Nishiyama.

Beim Wettkampf wechseln sich Kumite und Kata Ki-tei laufend ab, wobei im Finale immer Kumite ausgeführt werden muss.

Was ist Ki-tei?

Ki-tei ist eine verbindliche Form (Kata) und wurde anlässlich der 8. Weltmeisterschaft der ITKF in Sao Paulo/ Brasilien 1996 erstmals vorgetragen. Da Fuku-go eine Wettkampfform im Fudokansystem darstellt, wird Ki-tei selbstverständlich in jedem guten Fudokandojo trainiert.

Diese Form wurde von mehreren Großmeistern in Teilen zusammengetragen und weist Inhalte aus den Stilen Shotokan: Großmeister Nishiyama und Großmeister Shirai, Gojo-Ryu: Großmeister Kisaki, Shorin-Ryu Kempo: Großmeister Richard Kim und Shinto-Ryu: Großmeister Mabuni auf.

Das gerade macht die Kata interessant und meisterlich.

Zu jeder weiteren Weltmeisterschaft sollte eine weitere Ki-tei Kata entwickelt werden. Auch der Stil Fudokan wollte sich daran beteiligen und hatte seinen Anteil durch Großmeister Prof. Dr. Ilija Jorga erbracht, aber die Entwicklung und Durchsetzung der alten Form war für die Schüler schwer genug.

Ob sich noch einmal solch ein Großmeisterteam findet und Gemeinsamkeiten in Form einer neuen Kata kreiert bleibt fraglich, für die Schüler wäre es eine erneute Herausforderung, der sich ein Fudokaner, egal in welchem Verband er trainiert, stellen würde.

 
Was bedeuten Fudokan-KATA

Fudokan ist ein eigener Stil, der durch die Art des Karate durch seinen Gründer

( Soke ) Prof. Dr. Ilija Jorga 10. Dan geprägt wurde. Jeder Karatestil muss auch seine eigenen Formen haben und beschäftigt sich mit der weiteren Entwicklung. Somit kann der Stil Fudokan weiter leben und sich entwickeln und wird nach und nach weitere Katas hinzufügen. Durch die Technische Kommission des Weltfudokanverbandes werden die Katen standardisiert und dem Stil hinzugefügt

Wir trainieren zwei Katasynthesen:

a) Heian – Oi-kumi
b) Kanku – Oi-kumi.

Weitere bedeutende Formen sind:

a) Taiji – Sho-dan
b) Taiji-Ni-dan
c) Washi-No-mai
d) Kaminaru
e) Tsettsui- Bama – Yama

und weitere.

Außerdem beschäftigt sich der Stil Fudokan mit der Aufarbeitung vergessener Formen, wie zum Beispiel mit Meikyo-Ni-dan und Meikyo-San-dan, die auch in anderen Stilen geübt werden und den Urformen der heute geübten Katas (vergleichendes Studium).

 
Was bedeutet KO-GO Kumite

Ko-Go Kumite ist ein Alternativkumite. Es schult die Karateka, die auf einer höheren Mentalen Phase arbeiten und die körperliche (physische) Phase in den Hintergrund stellen. Also eine Altersgruppe, die sonst am Wettkampfgeschehen nicht mehr teilnimmt.

Hierbei finden ein wechselnder Angriff und Verteidigung statt. Das Ko-Go Kumite wird aber analog den allgemeinen Kumiteregeln des traditionellen Karate ausgetragen, aber mit folgenden Ausnahmen:

a) Vorgehen
b) Ausführung des Wettkampfes
c) Vorgehen der Kampfrichter
d) Übertretungen und Strafen
e) Bepunktung der Strafen
f) Bezeichnungen und Signale.

 
Kumite

Kumite bedeutet übersetzt Kampf oder Kampfübung. Im Kumite werden Abwehr-, Angriffs,- und Kontertechniken bzw. –kombinationen mit dem Partner geübt. Auf dem Weg zum „freien Kampf“, dem Jiyu Kumite, gibt es verschiedene Kampfübungen. Ziel dieser Übungen ist es, den Karateka an den freien Kampf heranzuführen. Dem Karateka wird dabei ein hohes Maß an Präzision und Kontrolle über die eigenen Karatetechniken abverlangt. Die Verantwortung gegenüber dem Partner beim Üben und gegenüber dem Gegner im Kampf muss daher jedem jederzeit bewusst sein. Respekt vor dem Übungspartner und dem Gegner stehen an oberster Stelle. Ziel des Kumite ist es, dass Kämpfen zu erlernen und sich gegebenenfalls verteidigen zu können. Im Wettkampf kommt es darauf an, entweder die besseren Angriffs-, Abwehr- und Kontertechniken (im „abgesprochenen“ Kumite) zu zeigen, oder im freien Kampf nach den Wettkampfregeln des Deutschen Karate Verbandes die meisten Punkte zu erzielen.

 
Gohon Kumite ( Fünfschrittkampf )
Ein Partner greift fünf mal hintereinander im Vorwärtsgehen an, während der andere Partner im Rückwärtsgehen jeden Angriff abwehrt und nach der fünften Abwehrtechnik eine Kontertechnik ausführt. Angriffs- und Abwehrtechnik sind beiden Partnern vorher bekannt.
 
Sanbon Kumite ( Dreischrittkampf )
Diese Übungsform entspricht dem Fünfschrittkampf. Der Unterschied besteht darin, dass nur drei mal angegriffen und abgewehrt wird.
 
Kihon Ippon Kumite ( grundschulmäßig ausgeführter Einschrittkampf )
Es erfolgt nur noch ein Angriff, gefolgt von einer Abwehr- und einer oder mehrerer Kontertechniken (in der Regel höchstens zwei). Alle Techniken sind noch streng grundschulmäßig vorzutragen.
 
Jiyu Ippon Kumite ( freier Einschrittkampf )
Die Partner stehen sich nun nicht mehr „fest“ gegenüber. Alle Techniken sind aus der Bewegung heraus vorzutragen. Aber auch hier folgt direkt nach dem Angriff die Abwehr- und die Kontertechnik.
 
Kaeshi Ippon Kumite (erwiderter Einschrittkampf )
Direkt nach dem Angriff geht der Verteidiger zum Angriff über und zwingt damit den Angreifer in die verteidigende Position. Dieser schließt die Übung mit einer Kontertechnik ab.
 
Okuri Ippon Kumite ( zwei Angriffe hintereinander )
Hierbei wird der erste Angriff noch angesagt. Der zweite Angriff ergibt sich aus der Situation und der Distanz zum Partner.
 
Happo Kumite ( Kampfübung in alle Richtungen )
Die Angriffe erfolgen nacheinander aus verschiedenen Richtungen von mehreren Angreifern. Abwehr und Kontertechnik richten sich nach der Situation und der Distanz zum Partner.
 
Jiyu Kumite ( Freikampf )
Angriffs- und Abwehrtechniken werden nicht mehr abgesprochen. Es wird „frei“ gekämpft.